Dienstag, 11. März 2008

Schlechtes Timing des MoD

Billy Cox von der Herald Tribune berichtet über das schlechte Timing des britischen MoD (Ministry of Defense) bei der Rücknahme der Rendlesham-Dokumente aus dem Internet. Zwei Tage vor der Erstausstrahlung der Dokumentation "Der Rendlesham Vorfall" aus der Sendereihe "UFO Hunters" des History Channels, zieht das MoD die zuvor veröffentlichten Dokumente aus dem Internet zurück. Ganz? Nein, nicht ganz...!

Das britische MoD (Verteidigungsministerium) bescherrt der UFO-Doku-Serie "UFO Hunters" (History Channel) die Art von Werbung, die man für kein Geld der Welt kaufen kann.

Am 25. Februar, nur zwei Tage vor der Ausstrahlung der UFO-Hunters-Folge "Der Rendlesham Vorfall", gab das MoD bekannt, dass die zum Rendlesham-Fall gehörenden Dokumente vorübergehend von der Website genommen werden.

Die Pressestelle des MoD zitiert eine "Verletzung des Urheberrechts" in Zusammenhang mit öffentlichen Korrespondenzen, die in den militärischen Daten gebündelt seien und so würde es wenig Sinn machen nur diese Dokumente zu löschen ohne den gesamten Kontext des Falles zu verändern. Das MoD versichert aber, dass Interessierte die Dokumente über den Freedom of Information Act beantragen könnten.

Weitestgehend durch Nick Pope, einem Ex-MoD Beamten, erfuhr der Rest der Welt hiervon. Pope arbeitete von 1991 - 1994 am UFO-Schreibtisch des MoD. In Anbetracht dessen, wie lange diese Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich waren, ganz zu schweigen von der Banalität der besagten Dokumente, welche die Stirn der britischen Regierung runzeln liess, findet Pope dieses Verhalten verwirrend.

"Das MoD ist manchmal sein eigener, grösster Feind", schreibt Pope in einer email. "Das MoD hat geschafft eine potentielle gute Nachricht über die Offenheit der Regierung und den Freedom of Information Act in eine schlechte Geschichte über Vertuschungen und Verschwörungen zu verwandeln.“

Denn im Gegensatz zu den USA, die durch die Aussage, sie würden keine UFO-Daten sammeln, den gesunden Menschenvertand beleidigen, geben die Briten zumindest ein Lippenbekenntnis ab und gestehen ein, dass UFO-Sichtungen gesammelt wurden. Natürlich wird durch solch eine Einstellung der Regierung eine Stigmatisierung von britischen Piloten genommen, die ohne Angst und negative Konsequenzen über ihre UFO-Sichtungen berichten können, wie z.B. der britische Pilot Ray Bowyer, der ein "meilenweites" UFO im letzen April über dem Ärmelkanal gesehen hatte. Solch eine Offenheit gibt es bei amerikanischen Piloten nicht.

Der Rendlesham Forest Vorfall ereignete sich Ende Dezember 1980, als US-Militärs in Britannien ausserhalb einer NATO-Basis in der Nähe von Woodbrigde nächtliche UFO-Sichtungen in einem nahe gelegenem Wald untersuchten. Mehrere Amerikaner berichten von einem auf dem Boden stehendem UFO, welches durch Gipsabdrücke von den Landespuren und durch Messungen von Reststrahlung nachgewiesen wurde.

Dies ist ein alter, klassischer Fall, der schon des Öfteren von Larry King in den "Unsolved Mysteries" behandelt wurde. Aber "UFO-Jäger" wären schlauer, wenn sie mehr über die letzten Manöver des MoDs wüssten, zumindest mehr in Hinblick auf den zeitlichen Ablauf als auf die Absichten des MoD.

Währenddessen, zurückgekehrt ins Vereinigte Königreich, tröstet Pope die Leser, die nun nicht mehr in der Lage sind die vom Netz genommenen Dokumente einzusehen. Dank einer "tollen" Qualitätskontrolle des MoDs sind die Dokumente immer noch zu erreichen.

"Das MoD hat den Zugang nicht mal richtig gesperrt", schreibt er. "Es gibt immer noch die Möglichkeit auf diese Dokumente zu zugreifen, z.B. durch die Adresszeile im Verlauf meines eigenen Browsers: http://www.mod.uk/NR/rdonlyres/F0B0EDE5-BCBF-43DA-BCD9-2B96C3A002AF
/0/ufofilepart1.pdf


So wurden ihre Hoffnungen nicht erfüllt; ein ziemliches Armutszeugnis.

Hier die Dokumentation "UFO Hunters: Back To Rendlesham Forest UFO Incident" in fünf Teilen bei Youtube (englisch)
Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5



Quellen: Herald Tribune, Youtube